Exkursion Sizilien | Nachbericht

 

Vom 30. Oktober bis zum 04. November 2015 nahmen 16 Studierende unter Leitung von Prof. Andreas Denk mit dem Institut für Architektur, Konstruktion und Theorie an einer Exkursion nach Sizilien teil. Die Reise – als eine der Exkursionen in der Mastervertiefung „Strategien des Entwerfens und Konstruierens“ – wurde begleitet von Prof. Paul Böhm und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Florian Engelhardt, Daniela Kaufmann und Sabine Schmidt.

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Tag 1: Stadtrundgang Palermo

Den ersten Tag verbrachte die Gruppe in Palermo Stadt. Diese kulturell bedeutsame Stadt gibt Gelegenheit, sich intensiv mit der Geschichte Siziliens auseinander zu setzen. Die dortige Baukultur legt Zeugnis ab vom halbwegs friedlichen Zusammenleben mehrerer verschiedener Ethnien in einer Region – und die Schichtung der Stadt, sowie ihre Architektur lassen dies noch heute erkennen; was auch ein Grund für die Wahl von Palermo als Exkursionsziel war. Referate zur Stadtgeschichte und Stadtstruktur und intensive Gespräche zur Baugeschichte und den Raumstrukturen lieferten die benötigten Hintergrundinformationen zu den besuchten Highlights der Stadt: La Martorana, Palazzo Reale, Capella Palatina, den Dom zu Palermo sowie ‚La Zisa’ – ein Schloss im Westen von Palermo, welches den normannischen Königen von Sizilien als Sommerresidenz diente und das mit seinem intelligenten Belüftungs- und Kühlsystem beeindruckte.

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Tag 2: Projekttag – Die Plätze der Stadt

In kleinen Gruppen arbeiteten die Studierenden am zweiten Tag an der Aufgabe, ausgesuchte Plätze in Palermo zu bearbeiten. Es wurde analysiert, vermessen, skizziert, Strukturen und Wegeführungen untersucht, Fassaden abgezeichnet und schließlich erste Lösungsansätze zur zukünftigen Nutzung ausgearbeitet. Die Arbeitsergebnisse wurden am Abend der Gruppe vorgetragen.

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Tag 3: Siziliens Süden: Agrigent, Vittoria, Scicli

Pünktlich morgens um 7 Uhr fuhr der Bus in Richtung Süden. Das erste Ziel waren die archäologischen Stätten von Agrigent, die zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätzen Siziliens gehören und die die Überreste von Akragas – einer der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien – zeigen. Die teilweise noch sehr gut erhaltenen griechischen Tempel zeugen von der Größe, Macht und der kulturellen Hochblüte der damaligen griechischen Stadt. Referate zu Bau und Sinn, Landschaft und Raum vermittelten die notwendigen Hintergrundinformationen.

In der Klein-Stadt Vittoria im Süd-Osten der Insel trafen die Studierenden auf Maria Giuseppina Grasso Canizzo. Die sizilianische Architektin zählt zu den interessantesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen europäischen Architektur. In ihren Büroräumen bekam die Gruppe eine Präsentation ihrer Arbeit zu sehen. Später ging es weiter in das wunderschöne, unter Unesco-Welterbe stehende Barock-Städtchen Noto.

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Tag 4: Noto, Ferienhaus Noto, Villa Romana di Casale

Früh morgens macht sich die Gruppe auf nach Noto Stadt, um mittels eines geführten Rundgangs die Stadtgeschichte, Stadtstruktur und Highlights Kathedrale S. Nicoló, San Domenico und den Palazzo Villadorata zu erkunden.

Danach ging es – teils zu Fuß – weiter in die Berge Siziliens, um dort das Ferienhaus ‚la melagrana’ der Architektin Maria Grasso Canizzo zu bewundern. Das Haus, eine Art Holzblock, ist auf Betonträgern aufgebockt, was im geöffneten Zustand den Blick auf das Meer ermöglicht. Wird das Haus nicht bewohnt, liegt ein Gästetrakt wie eine schützende Wand vor der großen Glasfront des Haupthauses. Das Gästehaus lässt sich elektrisch zur Seite bewegen und gibt den Blick in die Natur, sowie den Zugang zur Terrasse frei. Eine wundervolle Konstruktion, die bei den angehenden (und fertigen) Architektinnen und Architekten großen Eindruck hinterließ.

Letzter Programmpunkt war der Besuch der Villa Romana di Casale, eines der hervorragendsten Beispiele einer römischen Luxusvilla. Der Gebäudekomplex ist wichtiges Denkmal des römischen Siziliens und berühmt für seine Bodenmosaiken.

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Tag 5: Palermo Stadt – Rückreise

Am Rückreisetag traf sich die Gruppe noch ein letztes Mal, um sich auf den Weg zu machen zur Fakultät für Architektur der Universität Palermo, sowie zum faschistischen Bau der Hauptpost Angelo Mazzone. Gegen Mittag trat sie dann die Rückreise an.

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Fotos: Gerit Godlewsky, Sabine Schmidt
Text: Sabine Schmidt

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