DenkmalDonnerstag | Wintersemester 2021/22

Das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Fakultät für Architektur an der Technischen Hochschule Köln lädt alle Studierenden, Lehrenden und Freunde der Fakultät herzlich zur Veranstaltungsreihe ,DenkmalDonnerstag’ ein. Diese Reihe ist eine Serie von Werkberichten, in denen Architekten, Unternehmen und Wissenschaftler Einblicke in die Arbeitsfelder der Denkmalpflege und des Bauens im Bestand geben. Maßgeblich wird die Reihe von den Studierenden im Masterstudiengang der Vertiefungsrichtung Denkmalpflege/ Planen im Bestand organisiert. An verschiedenen Donnerstagen (innerhalb des Semesters) lädt der DenkmalDonnerstag um 19 Uhr zu einem Online-Vortrag mit anschließender Diskussion via Zoom ein.

Programm:


04.11.2021 um 19 Uhr
Masterabsolvent:innen
Natascha Bauer M.A. & Philipp Köhler M.A.

02.12.2021 um 19 Uhr
„Was macht das Holz im Gewölbe? Erste Ergebnisse der Bauuntersuchung am Westbau des St. Pantaleon in Köln“
Dr. Ulrike Heckner & Dipl.-Ing Hans Meyer

09.12.2021 um 19 Uhr 
„Sanierung des Engelshauses in Wuppertal“
Dipl.-Ing. Martin Hebgen

27.01.2022 um 19 Uhr
„Der Turmhelm des Freiburger Münsters – ein Leuchtturmprojekt der Denkmalpflege“Dr.-Ing. Christian Kayser

Veranstaltungen nur online:


Zoom – Zugangsdaten für alle Vorträge:
Meeting-ID: 854 6861 3091
Kenncode: 022033

02.12.

Dr. Ulrike Heckner & Dipl.-Ing Hans Meyer

„Was macht das Holz im Gewölbe? Erste Ergebnisse der Bauuntersuchung am Westbau von St. Pantaleon in Köln“

Am Westbau von St. Pantaleon, einem beeindruckenden Zeugnis frühmittelalterlicher Architektur, führt das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland derzeit eine baubegleitende Bauuntersuchung durch. Dabei konnten im originalen Tuffstein-Mauerwerk der Nordfassade Gerüstlöcher des Baugerüstes dokumentiert werden. Außerdem trat im Inneren ein überraschender Fund zutage: Unter dem Verputz eines Gewölbes sind Reste originaler, über 1000 Jahre alter Schalbretter erhalten. In einem Bericht aus laufender Arbeit stellt der Vortrag erste Ergebnisse der Bauforschung vor und gibt einen virtuellen Einblick in die dreidimensionale Dokumentation des höchst außergewöhnlichen Gewölbes.

Dr. Ulrike Heckner studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Bonn und arbeitet seit 1995 beim LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Sie ist tätig im Bereich Bauforschung und leitet seit 2006 die Abteilung Dokumentation.

Dipl. Ing. Hans Meyer studierte Vermessungswesen an der Fachhochschule Oldenburg und arbeitet seit 2002 als Vermessungsingenieur beim LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Im Team Bauforschung ist er für die Vermessung und Bauaufnahme historischer Bauten im Rheinland zuständig.

09.12.

Dipl.-Ing. Martin Hebgen

„Sanierung des Engelshauses in Wuppertal“

Das sogenannte „Engelshaus“ wurde 1775 als Wohnhaus für die Unternehmerfamilie Engels in Wuppertal errichtet. Erbauer war Johann Caspar Engels, der Großvater des späteren Philosophen und kommunistischen Revolutionärs Friedrich Engels. Dieses Haus war eines von mehreren Unternehmerhäusern der Familie Engels, die in der „Engels-Kolonie“ inmitten von Arbeiterhäusern errichtet wurden. Das großbürgerliche Fachwerkhaus im bergischen Spätbarock wurde entsprechend dem Wohlstand und repräsentativen Anspruch seiner Besitzer erbaut und zeigt im Inneren heute noch Anzeichen für eine zeitgenössische gehobene Ausstattung. Die denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Engelshauses begann 2018 auf Grundlage einer umfangreichen Bauforschung und Bestandserfassung und wurde zum 200-jährigen Geburtstag von Friedrich Engels zum 30.09 2020 abgeschlossen.

Dipl.-Ing. Architekt AKNW Martin Hebgen
Geschäftsführender Gesellschafter der Architekten Hebgen GmbH
geb. 1962 in Essen
Ausbildung zum Steinmetz / Steinbildhauer
Architekturstudium FH Düsseldorf
Firmengründung 12/2014
seit 2000 als Freiberufler tätig

(Quelle: Architekten Hebgen GmbH)

27.01.

Dr.-Ing. Christian Kayser

„Der Turmhelm des Freiburger Münsters – ein Leuchtturmprojekt der Denkmalpflege“

Der Freiburger Münsterturm wurde im frühen 14. Jahrhundert errichtet und ist mit seinem vollständig aus offene Maßwerk gefügten steinernen Turmhelm eines der spektakulärsten und schönsten Bauwerke der Gotik. Bei einer Routinebegehung durch die Münsterbauhütte im Jahr 2009 stellte man an dem zu großen Teilen im mittelalterlichen Originalbestand überlieferte Gefüge deutliche Schäden an der Steinkonstruktion fest – 120 m über dem belebten Marktplatz eine beunruhigende Situation! In den kommenden Jahren wurde in Zusammenarbeit von Landesdenkmalpflege, Münsterbauhütte und einem Team von FachwissenschaftlerInnen eine intensive, und in der Untersuchungstiefe wohl einmalige Anamnese an dem Turmhelm durchgeführt, auf deren Basis schließlich ein minimalinvasives Konzept zur statisch-konstruktiven Bestandssicherung erarbeitet und umgesetzt werden konnte.“

Christian Kayser, Dr.-Ing., Studium der Architektur in München und Bath,
2007-2011 Akademischer Rat am Lehrstuhl für Tragwerksplanung der TUM, Promotion 2012 mit einer Arbeit zur Baukonstruktion mittelalterlicher Fenstermaßwerke,
seit 2012 Geschäftsführer bei Barthel & Maus, Beratende Ingenieure GmbH,
seit 2019 Mitinhaber des Büros Kayser+ Böttges, Barthel + Maus – Ingenieure und Architekten.
Tätigkeit als Bauforscher und in der praktischen Denkmalpflege, Lehraufträge an der TU München, der LMU München und der Propstei Johannesberg (Fulda / Hessen)

(Quelle: Kayser+Böttges Barthel+Maus Ingenieure und Architekten GmbH)

Rückblick:

04.11.

Natascha Bauer M.A.

„Revitalisierung des Hofes Overmeyer in Bad Holzhausen“

Die Masterarbeit thematisiert eine mögliche Wiederbelebung des Hofes Overmeyer in Bad Holzhausen. Nach einer umfassenden bauhistorischen Analyse mit Rekonstruktionsstudien zur Bautypologie der Hofgebäude wurde ein denkmalverträgliches Nutzungskonzept für das Areal erarbeitet. Der Hof soll sich als Biohof mit angeschlossener Schaumosterei regional neuplatzieren und sich in das Kurprogramm der Region eingliedern. Die erhaltenswerten Bestandsgebäude des Hofes werden saniert und erweitert. Das Herzstück der Hofanlage bleibt weiter hin der denkmalgeschützte Vierständer-Längsdielenbau. (Quelle: Natascha Bauer M.A.)