bau.cameroon | ein Bücherpavillon von Studierenden für Studierende

In dieser vorlesungsfreien Zeit erhielt die TH Köln auf dem Campus Deutz einen öffentlichen Bücherpavillon für den kostenlosen Austausch von Literatur jeglicher Themen.

Der Bücherpavillon ist das Ergebnis einer Kooperation der Fakultäten für Architektur und Bauingenieurwesen, der Hochschulbibliothek der TH Köln und der Partnerhochschule ICABE (Institut Catholique Bonneau D’Ebolowa) in Ebolowa, Kamerun. Die Studierenden beider Fakultäten haben im vergangenen Semester den Pavillon im Rahmen eines interdisziplinären Wahlmoduls entwickelt und anschließend im August 2021 im Zuge eines Workshops mit eingeladenen Fachexperten gemeinsam erbaut.

Das Projekt wurde fachübergreifend betreut: seitens der TH Köln von Prof. Dipl.-Ing. Thorsten Burgmer, Prof. Dr.-Ing. Arne Künstler, Wiss. MA Marcello Bramigk Bonon, Dipl.-Ing. Wiss. MA Lena Piontek und Wiss. MA Max Salzberger, Prof. Dr. Ansgar Neuenhofer; aus Kamerun Architekt Joseph Ndi sowie den Lehmbauexperten Arnaud Foh und Dipl. Ing. Jan Glasmeier.

Der Pavillon erfüllt in seiner Konzeption und Realisierung eine doppelte Funktion: Einerseits agiert er als Ort der Begegnung, der Kommunikation und der Erholung auf dem Campus, andererseits dient er als Prototyp für die in Ebolowa zu errichtende Hochschulbibliothek der ICABE. Diese war ebenfalls von den Studierenden beider Fakultäten gemeinsam mit lokalen Beteiligten entwickelt worden und bildete die Planungsgrundlage für den Pavillonbau. Der von Studierenden gebaute Prototyp am Campus Deutz gilt als Forschungsprojekt und hat zum Ziel, verschiedene für die Bibliothek in Kamerun relevante Baumaterialien und Konstruktionstechniken in einem 1:1 Ausschnitt des Gebäudes zu erforschen. Er bildet einen wichtigen Meilenstein im gesamten Projektablauf und liefert wesentliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Bauvorhabens. Dabei konnten der gesamte Planungs- und Bauprozess möglichst realistisch simuliert, Schwierigkeiten im Vorfeld identifiziert und die bisherigen Konstruktionstechniken geprüft und optimiert werden. Von dem Projekt profitieren beide Hochschulen in Ebolwa und Köln.

Der Bücherpavillon erhält auf dem Gelände der TH Köln am Campus Deutz einen besonderen Platz (siehe Lageplan) und wird wie ein öffentlicher Bücherschrank, nach dem Kölner „Projekt Eselsohr“-Prinzip, betrieben. Alle sind zum (Literatur-)Austausch herzlich eingeladen! 

Weitere Informationen zum bau.cameroon-Projekt und zum bau.labor der Fakultät für Architektur TH Köln:

bau.labor – builders advocating utilitarianism

Seit seiner Gründung im Wintersemester 2016/17 mit der Idee, Studierende bereits während ihres Architekturstudiums näher an die Baupraxis zu bringen, konnte das bau.labor der Fakultät für Architektur der TH Köln bereits an mehreren internationalen DesignBuild-Projekten wie zum Beispiel in Namibia, Thailand, Kamerun und Brasilien arbeiten.
Weitere Informationen zum bau.labor, zu der Vision, den Zielen, den Projekten und dem Team sind hier zu finden: https://akoeln.de/profil/raeume-bau-labor/

 

 

bau.cameroon – Hochschulbibliothek ICABE

Im Rahmen der bestehenden Kooperation zwischen der TH Köln und der ICABE (Institut Catholique Bonneau D’Ebolowa) in Ebolowa Kamerun initiierte das bau.labor schon Anfang 2020 ein neues Projekt für den Aufbau einer Architekturfakultät in Ebolowa. Seitdem entwarfen Architekturstudierende des Bachelor- und Masterstudiengangs gemeinsam im Rahmen eines sogenannten „DesignBuild-Projektes“ einen Masterplan für die Erweiterung der Hochschule mit Fokus auf der Errichtung einer neuen Hochschulbibliothek. Beginnend mit einer umfassenden Referenzanalyse galt es, neben der Entwicklung eines Masterplans für die Erweiterung der Hochschule in Ebolowa, erste Vorentwürfe für die Errichtung einer Bibliothek anzufertigen, welche einen Impuls für die gewünschte Erweiterung geben sollte. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung einer autochthonen Bauweise. Neben der Nutzung nachhaltiger Materialien, die lokal verfügbar sind, sollen zudem ortstypische traditionelle Baumethoden zum Einsatz kommen. Aus mehreren Vorentwürfen und Konzepten wurde der Vorschlag von den Studierenden Solveig Abel (BA), Birte-Sophie Bülzebruck (MA) Antonia Jordan (MA) Yannick Steinmetz (MA) und Cora Wenzel (MA) ausgewählt. Seitdem wurde das Projekt mit weiteren Studierenden der Fakultäten für Architektur und Bauingenieurwesen sowie mit lokalen Beteiligten aus Kamerun weiterentwickelt und detailliert.

Text: bau.labor-Team mit Marcello Bonon, Prof. Thorsten Burgmer und Dipl.-Ing. Eugenio D Catalano

Bild: Gerit Yonny Godlewsky und Studierende des bau.cameroon-Dokumentation-Kollektivs (Cora Wenzel, Birte-Sophie Bülzebruck, Antonia Jordan und Solveig Abel)