Research Apéro | Nachbericht | Vorträge zur Promotion in der Architektur

Im Rahmen des dritten Research Apéro berichteten am 19. Januar 2022 drei Doktoranden von ihren Promotionsvorhaben. Das Format wurde durch Studierende für Studierende unter der Leitung von Prof. Marco Hemmerling und Prof. Dr. Daniel Lohmann organisiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Erfahrungen der Vortragenden auf ihrem Weg zur Promotion. In den Vorträgen wurden den Gästen und Teilnehmer:innen unterschiedliche Herangehensweisen, Tipps & Tricks sowie Erfahrungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit einer Promotion näher gebracht. Der Austausch zwischen Promovierenden und Studierenden stand an dem Abend im Vordergrund, auch um eventuelle Hürden abzubauen.

Das Orga-Team des Research Apéro: v.o.l.n.u.r. Niels Plugge, Prof. Marco Hemmerling, Simon Becker, Jonathan Rudat, Simon Schnittker, Fabian Kreuzberg, Prof. Dr. Daniel Lohmann und Sandra Knöbel.ltung mit zu gestalten und die Informationen im Nachgang zu sichten.

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Daniel Spruth


Den Beginn machte Daniel Spruth, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und Theorie an der Bergischen Universität Wuppertal. Er setzt sich mit einem Sieglungsprojekt (Proyecto experimental de Vivienda) in Lima, Peru auseinander. Das Entwicklungsprojekt wurde in den späten 1960er Jahren geplant. Hierbei entwarfen Architekten aus der ganzen Welt mit den einheimischen Kollegen ein soziales Wohnquartier. Die Materialsichtung aus verschiedenen Archiven in unterschiedlichen Ländern stellte sich in Zeiten einer weltweiten Pandemie als besonders kompliziert dar. Jedoch gelang es ihm, die benötigten Archivmaterialen zu sichten, um mit diesen zu arbeiten. Langfristig möchte er als Wissenschaftler mit seinen Recherchen und Forschungen architektur- und kulturgeschichtliche, wie architekturtheoretische Beiträge in den Architekturdiskurs, sowie in verwandten Feldern einbringen. Er berichtete davon, dass er mit seinem Vorschlag an den Betreuer Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe herangetreten ist und die Themenfindung etwa ein Jahr andauerte.

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Hendrik Reinhold


„Weil ich nach dem Studium das Gefühl hatte, dass ich noch viel mehr über Architektur lernen möchte.“ – so beschrieb Hendrik Reinhold seine Motivation zur Promotion. In seinem Vortrag über sein Promotionsvorhaben, das sich mit der Architektur von Hans Scharoun und dessen Raumkomposition auseinandersetzt, gab er auch Einblicke in die Finanzierung und die damit verbundene Methodik sowie persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zu Vorgängen/Abläufen. Thematisch befasst sich seine Promotion näher mit den öffentlichen Bauten Scharouns ab der Nachkriegszeit/1960er/1970er Jahren. Durch verschiedene Methoden aus dem Bereich der Bauforschung und -dokumentation versucht er die Wirkung, bzw. das besondere Erleben/die Besonderheit dieser öffentlichen architektonischen Räume unterschiedlicher Nutzungsschwerpunkte fassbar/wissenschaftlich beschreibbar zu machen/zu dokumentieren. Die nachfolgenden Tipps benannte er als die wichtigsten, welche er Studierenden/Forschenden auf den Weg gab: Für Hendrik steht an erster Stelle, dass man sich ein Thema sucht, ‘für das man brennt’. Eine parallele Anstellung an einer Hochschule empfiehlt er allen Interessierten. Er selbst ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet (LFG) Denkmalpflege und Historische Bauforschung, an der RWTH Aachen tätig.

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Julia Stefanovici

Zu guter Letzt gab Julia Stefanovici einen Einblick in ihre Arbeit. Ihre Motivation zur Promotion entnimmt Sie ihrem Willen, noch tiefer in künstlerische Themen einzutauchen. Sie tut dies im professionellen Rahmen der Wissenschaftlichen Mitarbeit im Bereich Künstlerisch-Experimentelles Entwerfen an der TH Köln. Sie setzt sich mit dem Phänomen textiler Architekturen auf der Bühne des zeitgenössischen Tanzes auseinander. Dem Rat von Hendrik schließ sie sich an, dass es entscheidend ist für sein Thema zu ‘brennen’. Außerdem sei es wichtig, eine Doktormutter / einen Doktorvater zu finden, der von dem Thema überzeugt ist und Unterstützung bietet.

Tanzkleid, Julia Stefanovici, 2015 Foto: Jörg Schnabel

Nach den drei thematisch sehr unterschiedlichen Vorträgen wurde eine durch die Organisatoren geführte offene Fragerunde eröffnet. Seitens des Hochschulreferats für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln nahm Merle Ingenfeld an der Online-Veranstaltung teil. Sie stand für formelle Fragen als direkte Ansprechpartnerin zur Verfügung. Ein wichtiger Hinweis, waren die Angebote seitens des Referats, welche Julia Stefanovici bereits lobend als Unterstützung in ihrem Vortrag benannt hatte. Neben den Vortragenden nahmen auch die Doktoranden und Absolventen Carolin Paulukat, Dr. Jens Böke, Max Salzberger und Johannes Hirzebruch an dem offenen Austausch teil.
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Im Rahmen des regen Austauschs wurde zum Ende eines besonders klar: Interessierte sollten sich ein Thema suchen, für das sie eine Begeisterung entwickeln. Das finale Thema findet und klärt sich oftmals erst im Austausch mit Betreuer:innen. Zum Ende machte Daniel Spruth in einem Appell an die Studierenden Mut, diesen Weg zu gehen und dranzubleiben, auch wenn es nicht immer einfach ist und vor allem im Bereich der Architektur einige Hürden zu überwinden sind. Dennoch sei nichts unmöglich.
Das gesamte Research Apéro Team bedankt sich bei allen Vortragenden und Teilnehmenden für den interessanten Austausch zwischen Promovierenden und Studierenden. Prof. Hemmerling und Prof. Dr. Lohmann werden auch im kommenden Semester das Format „Research Apéro“ fortführen. Das Format bietet der wissenschaftlichen Arbeit der Fakultät für Architektur einen Raum zum regen Austausch über wissenschaftliche Themenbereiche der Architektur. Alles weitere erfahren Sie hier im Blog.

Hilfreiche Links:

Verfasser: Research Apéro Team

Bild: Research Apéro Team und die Vortragenden (Siehe Bildunterschriften)