Abschlussfeier Sommersemester 2026 | Nachbericht

Traditionell feiert die Fakultät für Architektur ihre Absolventinnen und Absolventen am letzten Donnerstag vor dem Semesterende. So wurden den Absolventinnen und Absolventen der Bachelor- und Masterstudiengänge am 30.07.2026 feierlich ihre Urkunden überreicht. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Laudatio, Live-Musik und der Vergabe der Sonderpreise verlieh dem Abend einen festlichen Charakter. Die von der Fachschaft organisierte After-Party rundete die Veranstaltung gebührend ab. Wir gratulieren herzlich!

Den zeremoniellen Teil der Abschlussfeier eröffnete letztmalig der Dekan Rüdiger Karzel. Anschließend übernahm Sabine Schmidt, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, die Moderation des Abends. Daraufhin wertschätzte die studentische Prodekanin Alice Bausen aus der Sicht einer Bachelor-Studentin die Mühen und Erfahrungen, welche allgemein im Studium erbracht und erlebt werden. Für die Laudatio konnten wir BDA Architekten Dipl.-Ing. Fritz Keuthen gewinnen, welcher zu Hands-On-Projekten und dem „Denken mit den Händen“ motivierte.

PREISVERLEIHUNG

Nach der Gratulation der einzelnen Studierenden überreichte Dipl.-Ing. Fritz Keuthen gemeinsam mit Dipl.-Ing. Jürgen Kaiser, WHK Elisa Kania und der Studentin Lilly Hufnagel die diesjährigen Bachelorpreise. Gefördert werden die vier Auszeichnungen von der „Gesellschaft zur Förderung der Architektur, des Bauingenieurwesens und der Gebäudetechnik“. Drei der vier Preistragenden erhalten hochwertige Architektur Literatur der Buchhandlung Walter König sowie ein Abonnement der Zeitschrift „wettbewerbe aktuell“, welche die Preise als Sponsor-Partner mit finanziert. Der verbleibende Preis, der sogenannte „MUT-Preis“ wird zusätzlich vom „Verein Freischaffender Architektinnen“ gefördert, welcher seit diesem Jahr durch die AIA AG unterstützt wird, und zeichnet eine besonders mutige und außergewöhnliche Arbeit aus.

BACHELOR-Auszeichnung an SIMEON ZORN

„Sein Entwurf überzeugt die Jury durch seine sensible städtebauliche Lösung, die sich in einer konsequenten räumlichen Organisation fortsetzt. Mit der geschickten Teilung des straßenseitigen Baukörpers wird die Körnigkeit der Umgebung aufgenommen. Die eigenständige Erweiterung um ein Übergangswohnhaus ergänzt das geforderte Raumprogramm schlüssig. Der rückwärtig angeordnete Riegel formuliert eine geschützte und qualitätvolle Wohnsituation im Innenhof. Besonders überzeugend ist der farblich prägnante Laubengang als Herzstück des Ensembles. Er dient nicht nur der Erschließung und Orientierung, sondern wird zugleich zu einem Ort der Begegnung und Aneignung. Seine Farbigkeit und Porosität werden in der straßenseitigen Fassade aufgenommen und verleihen dem Frauenhaus eine lebendige Präsenz im Stadtraum“

-WHK Elisa Kania

BACHELOR-Auszeichnung an LOUIS DORFNER

Die Arbeit bezieht ihre große Kraft aus der produktiven Bearbeitung eines scheinbaren Widerspruchs: Der zentrale Innenhof bietet Schutz und Rückzug und öffnet sich zugleich dosiert zur Stadt; so wird er zum Ort von Begegnung, Austausch und Teilhabe. Die Weiterführung des Weges in das Blockinnere macht aus dem vorgegebenen nachbarschaftlichen Wegerecht eine typologische Tugend und verknüpft das Haus überzeugend mit dem Viertel. Architektur und Freiraum sind eng miteinander verzahnt; die Übergänge zwischen Öffentlichkeit, Gemeinschaft und Privatheit werden über Wege, Höfe und Geschosse hinweg sorgfältig abgestuft. Die ebenso präzise wie sinnliche Darstellung in Plänen und Modellen vermittelt ein starkes räumliches Bild eines Entwurfs, der die zentrale Frage der Aufgabe – wie Schutz entstehen kann, ohne Isolation zu erzeugen – architektonisch überzeugend beantwortet.“

-Dipl.-Ing. Fritz Keuthen

BACHELOR-Auszeichnung an STELLA FRIEDL

„Die künstlerisch analoge Herangehensweise an die Entwurfsaufgabe liefert ein Ergebnis, welches durch dynamische Bewegungsräume sowie spannende organische Formen von Standardlösungen abweicht. Die Bachelor-Thesis lässt erkennen, dass die Arbeit mit der Hand ein vollkommenes Raumverständnis ermöglicht, wodurch zu Ende gedachte und kunstvolle Räume entstehen. Die fesselnden und experimentellen Plandarstellungen, die durch die gewählte Arbeitsweise geschaffen wurden, animieren zur Auseinandersetzung mit dem Entwurf und überzeugen vom Talent der Absolventin.“

-Lilly Hufnagel

MUT PREIS an TOM STOCKBERG

 „Mutig webt die Spinne ihr Netz für Schutz, Fürsorge, Stärke und Resilienz! Die Sichtbarkeit des Gebäudes wird zum Konzept, die öffentliche Lage nicht zum Risiko, sondern zum Schutzfaktor. Gleichzeitig flickt das Netz der Spinne die Wunde im Straßenbild und schließt die Baulücke. Es entsteht kein geschlossenes Gebäude, sondern ein einladender Ort der Begegnung, der aufklärt, das Schweigen bricht und das Quartier einlädt.“

-Dipl.-Ing. Jürgen Kaiser

EHRUNGEN DER FACHSCHAFT

Im Anschluss ehrte auch die Fachschaft besonders engagierte ehrenamtlich helfende Studierende, bevor der Abend in den feierlichen Teil überging.

Nach dem köstlichen Buffet, welches in diesem Jahr erstmalig aus regionalen Falafel-Platten bestand, wurde um 21 Uhr zur abendlichen Party übergeleitet, die von der Fachschaft organisiert wird. Mit dieser wird der Abend alljährlich für alle Studierenden der Fakultät geöffnet und bietet mit DJ und guten Getränken das Angebot, ein paar schöne Tanzstunden zu erleben.

Ein großes Dankschön gilt allen Helfenden wie dem Gitarristen „Diego Barra“, der den Abend mit wundervoller Live-Musik begleitete.

Bilder: Arvit Thorsten Grafe

Text: Lilly Hufnagel