Die Architektin Anna Heringer baut mit Lehm, Bambus und gutem Gewissen. Nachhaltig. Mit und für Menschen, deren Leben dadurch besser werden soll.

Typisch für Heringer ist die Berücksichtigung traditioneller Bauformen, die Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung sowie die umweltfreundliche Ausrichtung ihrer Architektur, z. B. wird die Berufsschule in Rudrapur mittels Solarstrom versorgt. Insgesamt spielt auch der Entwicklungshilfe-Aspekt eine große Rolle.

„Architektur ist für mich ein Werkzeug, um Lebensbedingungen zu verbessern.“

Vita

Geboren in Rosenheim, wuchs Anna Heringer im oberbayerischen Laufen nahe Salzburg auf. Neunzehnjährig unternahm sie einen Auslandsaufenthalt in Bangladesch; dort wurde ihr Interesse an dem Land entfacht, als sie für eine Nichtregierungsorganisation arbeitete. 2004 schloss Heringer das Studium der Architektur ab.

Anna Heringer wurde mit dem Bau der METI School in Rudrapur, Bangladesch, international bekannt, die sie als Diplomarbeit an der Kunstuniversität Linz entworfen hat. Seither hat Heringer durch Bauten hauptsächlich in Asien, Afrika und durch die Architekturlehre u.a. an der Harvard University, ETH Zürich und TU München ihren mehrfach ausgezeichneten Architekturansatz, der auf lokalen Baumaterialien und Arbeitskräften beruht, weiterentwickelt. Ihr zentrales Anliegen ist es, durch das persönliche Engagement des Architekten soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge im Planungs- und Bauprozess schrittweise aufzubauen und deutlich zu machen. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Museen weltweit ausgestellt, wie beispielsweise im MoMA New York, in der Cité de l’architecture in Paris, im Victoria and Albert Museum London und der Biennale in Venedig. Für Ihre Arbeit erhielt sie u.a. den Aga Khan Award for Architecture, den AR Emerging Architects Award, den Global Award for Sustainable Architecture und den OBEL Award 2020. Die UNESCO verlieh ihr einen Ehrenprofessortitel für „Earthen Architecture, Building Cultures and Sustainable Development.

Heringer hatte Gastprofessuren in Stuttgart, Linz und Wien inne.

Sie ist eine von 6 Protagonisten im Dokumentarfilm Die Zukunft ist besser als ihr Ruf.