Institut 05 | Städtebau

Vor etwa einhundert Jahren hat sich die Stadtplanung als eigene Wissenschaftsdisziplin aus der Architektur herausgelöst. Rückblickend muß man sagen, daß seit dieser Zeit unsere Städte nicht schöner geworden sind.
Die Gründe, welche hierzu geführt haben, sind sicherlich vielschichtig. Zwei Umstände haben wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen. Zum einen der Glaube, nach gerade neu entwickelten Leitbildern / Leitgedanken (Halbwertzeit zirka 10 Jahre) die aktuellen stadtplanerischen Aufgaben lösen zu können und zum anderen, dass die Bereitschaft und Fähigkeit von Stadtplanern und Architekten miteinander zu reden, einander zuzuhören, ständig abgenommen hat. Die Aufnahme dieses für die Stadt lebenswichtigen Dialoges, die Abkehr vom Planen nach Leitbildern und das Vermitteln der Fähigkeit, bauliche und räumliche Strukturen aus den historisch- morphologischen Gegebenheiten des Ortes für die Planung heraus zu entwickeln, sowie den architektonischen Entwurf aus dem genius loci “Aus dem Ort für den Ort“ abzuleiten, sieht sich das Institut Städtebau weitgehend verpflichtet.

Die sozioökonomischen Bindungen, die alle gesellschaftlichen Entwicklungen bestimmen, die Frage nach der Nachhaltigkeit der Planungskonzeptionen sowie des Planungsprozesses und der schonende Umgang mit den am Ort der Planung vorhandenen Ressourcen bilden eine wichtige Grundlage bei den Lehrinhalten.